„Blümchenkiller“ siegen

Rasentreckerrennen begeistert auch Eidgenossen

Die Teilnehmer der Super-Standard-Klasse wirbeln bei ihrem heißen Ritt uber die Naturstrecke jede Menge Staub auf. Foto: View

Die Teilnehmer der Super-Standard-Klasse wirbeln bei ihrem heißen Ritt uber die Naturstrecke jede Menge Staub auf. FOTO: VIEW

Rennspaß für jedermann lieferte das 13. Rasentreckerrennen am Wochenende. Nach der Verbannung aus Neuhemsbach drehten die rasenden Rasenmäher bereits zum dritten Mal auf einer Betriebsfläche im Gewerbepark Sembach ihre Runden. Das Ereignis zog an den beiden Tagen rund 6000 Besucher an.

Auf dem leicht ansteigenden Gelände befindet sich eine optimale Naturbahn ohne Versiegelung und Befestigungen – eine richtige Herausforderung für die Rasentraktoren und deren Lenker. Bevor es auf die Strecke geht, werden die Fahrzeuge technisch überprüft. „Sicherheit hat einen hohen Stellenwert“, erklärt Philipp Becker, Mitorganisator des Spektakels.„Alles ist festgelegt und somit gibt es keine Diskussionen“, fügt Thomas Becker, Vorsitzender der Rasentrecker Neuhemsbach, an. 20 Seiten umfasst das Regelwerk, das nicht nur die technische Seite umfasst, sondern auch die Schutzausrüstung der Fahrer vorschreibt und die Fahrzeuge nach Klassen unterscheidet.

Schon Wochen vorm Rennen wird kräftig geschraubt. Beispielsweise in einer ehemaligen Scheune auf dem Niedermehlingerhof. Dort haben sich einige Freunde dieses Sports um Felix Leist versammelt, um ihre Fahrzeuge auf die motorsportlichen Einsätze vorzubereiten. Der 23-jährige Metzgermeister kennt jede Schraube am Trecker und weiß, worauf es im Rennen ankommt. „Es muss ein gutes Verhältnis von Materialstärke und Gewicht gefunden werden“, fasst der Bastler zusammen.

25 Teams sind in der Prototypenklasse am Start. Die roten Signalampeln erlöschen, die Prototypen rasen los. Positionskämpfe sind von Anfang an Programm. Es gilt, in 90 Minuten so viele Runden wie möglich zu fahren. Urgestein Christian Pfaffenrath aus Neuhemsbach ist mit seinem 16 PS starken Rasentraktor gleich in der Spitzengruppe. Zusammen mit seinen Teamfreunden Sebastian Marhofer, Michael Seifert und Sascha Schuler will er nach dem Siegerpokal greifen. Doch es kommt anders. Etwa zur Hälfte des Rennens rollt ihr Rasentraktor mit dem Briggs & Stratton-Motor aus. Erste Diagnose: Lagerschaden an der Kette. „13 Stunden haben wir in den letzten Tagen fast ununterbrochen geschraubt, um das Gefährt standfest an den Start zu bringen“, ärgert sich Pfaffenrath, wissend, dass sich so ein Schaden nicht beheben lässt.

Nach 90 Minuten und 128 gefahrenen Runden überfährt das Team Christoph Krauss (Enkenbach- Alsenborn) und Lucas Haag (Niedermehlingerhof) von den Renntreckerfreunden Pfalz die Ziellinie und darf sich als Sieger feiern lassen. Mit 126 Runden holen Alexander Grünstetter/Jens Bartz Platz zwei. Rang drei geht an Johannes Busch aus Mehlingen, der 124 Runden abgerissen hat.

Etwas Pech hat Nico Holstein aus Enkenbach-Alsenborn, der mit seinem Gutbrod in Führung liegend von der Strecke abgedrängt wird und sich überschlägt. Dank Sicherheitsausrüstung gibt’s nicht mal blaue Flecken, aber einen Totalschaden.

Das Team „Blümchenkiller“ hat am Abend Grund zur Freude. Fahrer Sebastian Marhofer feiert in der Klasse der Serienfahrzeuge „Serie plus“ – hier sind Geschwindigkeiten um die 20 Kilometer pro Stunde angesagt – einen Start-Ziel-Sieg und verteidigt seinen Titel. Den fünften Platz in dieser Klasse holen der neunjährige Sebastian und sein elfjähriger Bruder Fabian Pfaffenrath aus Neuhemsbach, die in die Fußstapfen von Vater Christian treten wollen.

Die Klasse der Super-Standards beherrschen die Schweizer. Patrizio Escoba, der hier vorübergehend wohnt und auf einem Rasentrecker eines großen Entsorgungsunternehmens unterwegs ist, ist begeistert. Die Platzierung interessiert ihn weniger, das Spektakel hat’s ihm angetan. Vom Rennen nimmt er „bleibende Erinnerungen für alle Zeiten“ mit. llw

DIE SIEGER

Serienfahrzeuge: 1. Blizzard-Team mit Alina Betz und Philipp Zapp, 2. TK-Racing-Team mit Tim und Katrin Dünkelberg, 3. Renntreckerfreunde mit Philipp Hach und Christian Hemmer; Serienfahrzeuge plus: 1. Team Blümchenkiller mit Sebastian Marhofer, 2. Oldie-Racer mit Helmut Blumröder, 3. Fremgen- Racing mit Fabienne Hintner und Sebastian Schmidt; Prototypen: 1. Renntreckerfreunde Pfalz mit Christoph Krauss und Lucas Haag, 2. Alexander Grünstett/Jens Bartz, 3. Renntreckerfreunde Pfalz mit Johannes Busch; Super-Standards: 1. Hunziker-Racing-Team, 2. Roadrunner, 3. FZ-CO-Team.

Quelle: Die Rheinpfalz – Pfälzische Volkszeitung – Nr. 184, 9. August 2016, Seite 19

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